PROTAGONISTEN

Paul Muigai Thuo [ 26 ]
Marathonläufer · Bitterfelder Sportverein ·
Volk der Kikuyu

Über seine Freundschaft zu Isaak: „Von klein auf gehen wir denselben Weg. Er ist älter und musste mir zeigen, wie man trainiert. Wir haben gute Momente. Immer.“Über den Marathon: „In Zukunft will ich ein Top Finisher in großen Rennen sein. Unter den Besten in Berlin, Chicago, Boston und New York.”

Über die Verfolgung während der Unruhen: „Wir sahen ein sehr großes Feuer. Das Nachbarhaus brannte, Menschen schrieen und rannten davon. Das Einzige, was ich mitnehmen konnte, war mein Pass. Dann sahen wir, wie unser Haus niederbrannte.”

Isaak Kiplagat Sang [ 32 ]
Marathonläufer · Bitterfelder Sportverein ·
Volk der Kalinjin-Nandi

Über seine Freundschaft zu Paul: „Wir sind wie Brüder.”

Über den Marathonlauf: „Laufen ist meine Arbeit. Wenn du nichts machst, kannst Du arm werden. Wenn ich nicht laufe, habe ich nichts.“

Über die Verfolgung während der Unruhen: „Leute aus dem Ort wollten mein Haus anzünden. Während der Kämpfe haben wir uns versteckt – jede Nacht. Wir wussten, in jedem Moment hätte etwas Schreckliches passieren können.“

Matthias Weise [ 48 ]
Katholischer Pfarrer in Bitterfeld · Sachsen-Anhaltiner

Über die Freundschaft zu Paul und Isaak: „Paul und Isaak sollen sich in unserer Bitterfelder Gemeinde wie zu Hause fühlen.“

Über das Laufen: „Wegen Paul und Isaak habe ich auch angefangen zu laufen.“

Über den kenianischen Bürgerkrieg: „Wäre das nicht eine wunderbare Option, dass Paul zurückkommt auf sein Land, dass andere Leute zurückkommen und neu anfangen. Dass Paul und Isaak als Beispiel, die miteinander trainieren und Sport treiben – jetzt die besten Nachbarn sind. Wäre das nicht eine wunderbare Geschichte.“

Peter Junge [ 65 ]
Ex-Boxer, „Sportmanager“ und Rentner Sachsen-Anhaltiner

Über die Freundschaft zu Paul und Isaak: „Meiner Familie geht´s nicht gut, und ich kümmere mich um zwei Afrikaner. Wenn man sieht, dass Freunde leiden, will man helfen.“

Der „Sportmanager“: „Im modernen Leistungssport ist es so, dass die kenianischen und äthiopischen Läufer von Managern ausgenutzt werden. Bei Paul und Isaak wollen wir, dass sie alles kriegen, dass keiner ihnen was wegnimmt.“

Über den kenianischen Bürgerkrieg: „Mich macht richtig wütend, dass dieses Räubergesindel nicht zur Verantwortung gezogen wird. Ich glaube nicht, dass die, die Pauls Farm angezündet haben, im Gefängnis sitzen. Das wurde einfach zugelassen. Das ist, was mich hier sehr, sehr betroffen macht.“